Potsdam / Gartenstadt

Auftraggeber

Entwicklungsträger Bornstedter Feld GmbH

Durchführung

1998 – 2006, Fortsetzung Ende 2009

Projektleiter

Dipl.-Ing. Rainer Knoke

Für das Neubaugebiet “Gartenstadt” musste die Regenentwässerung der dort geplanten Straßen und Grundstücke sichergestellt werden. Bei Beginn der Planungen war eine Speicherung der Regenwetterabflüsse aus dem Gesamtgebiet der Gartenstadt und eine gedrosselte Ableitung in Vorfluter wie “Jungfernsee”, “Bornstedter See” und “Heiliger See” vorgesehen. Mit fortschreitender Planung und Diskussion mit den beteiligten Fachbehörden hat sich jedoch herauskristallisiert, dass aufgrund entstehender Kosten und der Sicherung bzw. Verbesserung der Wasserqualität eine Sammlung und Ableitung der Regenwetterabflüsse in die bestehende Kanalisation Potsdams bzw. in die nächst größeren Vorfluter (Seen) nur im südlichen Teil der Gartenstadt in sehr geringem Umfang möglich ist.

Hieraus resultierte die Bedingung, in der Gartenstadt ein Regenentwässerungssystem zu entwickeln, das die anfallenden Niederschläge speichert, durch die Passage einer Bodenschicht reinigt und anschließend in den Untergrund versickert. Diese Aufgaben können zweckmäßigerweise nur durch eine dezentrale Regenentwässerung wie z.B. das Mulden-Rigolen-System erfüllt werden. Es mussten daher auf den einzelnen Baugrundstücken und in den Grünstreifen der Straßen Mulden und Rigolen angeordnet werden.

Um zur Sicherung des Straßenaufbaus evtl. längere Einstauzeiten im Bereich des Rohplanums zu vermeiden, wird bei der Straßenentwässerung ein Teil des Regenwassers unter starker Drosselung in die gemäß dem Straßenlängsgefälle nächst tieferliegende Rigole abgeleitet. Da jedoch in den einzelnen Straßenzügen der Gartenstadt bei den dort vorgesehenen Grünstreifenbreiten keine ausreichend breiten Rigolen angeordnet werden konnten, musste für deren Drossel- und Notüberlaufabflüsse eine zusätzliche Versickerungsanlage im Volkspark (Sickergraben) genutzt werden.

Im Zusammenhang mit der Bundesgartenschau im Entwicklungsgebiet Bornstedter Feld wurde aus landschaftsplanerischer Sicht Wasser zur Beschickung von gestalterischen Elementen im Volkspark wie z.B. dem Sickergraben im Wallkreuz gewünscht. Hierfür soll so weit wie möglich Regenwasser aus dem Niederschlagsdargebot im Bornstedter Feld genutzt werden, um unnötigen Trinkwasserverbrauch zu vermeiden. Da die Gartenstadt-Nord unmittelbar an den Volkspark angrenzt, bot sich eine zumindest teilweise Weiterleitung der Regenabflüsse zur Versickerung und ggf. auch zur Nutzung im Gelände des Volksparks an.

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Entwurf der Regenwasserversickerungsanlagen für die Straßen (HOAI LP 1-6)

  • Mulden:
    Länge: 6.565 m
    Breite: 1,00 – 5,50 m
  • Rigolen:
    Länge: 7.317 m
    Breite: 0,80 – 18,00 m
  • Schächte
  • Verbindungsleitungen